Solingen – Alter Hauptbahnhof

Konzeptvergabe für ein Areal mit Bestand und Entwicklungspotenzial

 Wettbewerbsmanagement

Projektschaufenster

Das Preisgericht hat entschieden. Wir haben das Projekt erfolgreich abgeschlossen.

Ergebnis

Die Konzeptvergabe „Solingen – Alter Hauptbahnhof“ wurde mit der Sitzung des Empfehlungsgremiums am 22. August 2025 erfolgreich abgeschlossen. Die Jury entschied sich unter dem Vorsitz von Prof. Andreas Fritzen dazu das Konzept von Atilla Parlar, Berkan Ugurlu, Mehmet Ates (Investorenteam), Dominik Gerlich (Gerlich Architektur Städtebau, Wuppertal) für die weitere Umsetzung zu empfehlen. Dieses zeichnet sich durch einen bunten Nutzungsmix aus, der den historischen Ort als hochwertigen Anziehungspunkt wieder belebt und so einen Mehrwert für das städtische Leben schafft.

Verfahrensart

Die SEG Solingen lobte diese Konzeptvergabe im Rahmen eines einstufigen Auswahlverfahrens bundesweit aus. Teilnahmeberechtigt waren Teams aus Investor*innen zusammen mit Architekt*innen. Die Entscheidung über die Vergabe sollte dabei nicht über einzig den Kaufpreis getroffen werden, sondern vorwiegend über die Qualität des eingereichten Konzeptes für die künftige Nutzung des Grundstückes, auch im Hinblick auf einen Beitrag für die Stadt und Quartiersentwicklung, und eines ggf. vorgesehenen Erweiterungsbaus.

Um das Verfahren bekannt zu machen und zur Akquirierung von geeigneten Interessent*innen/Investor*innen wurde neben der gezielten Aufforderung von potenziellen Investor*innen, öffentliche Teilnahmeaufrufe (z. B. über competitionline) geschaltet oder Werbung auf der polis convention gemacht. Es handelte sich um einen offenen Teilnehmendenkreis, für eine Teilnahme gab es kein vorgeschaltetes Bewerbungsverfahren.

Anlass und Aufgabenverständnis

Die SEG Solingen möchte das etwa 1 ha große Areal des ehemaligen Hauptbahnhofs mit seinen teils denkmalgeschützten Bahnhofsgebäuden und der Fahrgastbrücke an eine*n Investor*in veräußern. Der Gebäudekomplex des Bahnhofes wurde zur Regionale 2006 instandgesetzt und als „Forum Produktdesign“ mit verschiedenen neuen Nutzungen und Qualitäten genutzt. Mittlerweile wurde diese Nutzung aufgegeben. Ein Großteil des denkmalgeschützten Hauptgebäudes wird von der Bergischen Universität Wuppertal genutzt, jedoch ist das Potenzial der Gebäude nicht ausgeschöpft, da die ehemalige Bahnhofshalle und der Gastronomiebereich derzeit nicht genutzt werden. In einem nicht denkmalgeschützten Anbau befinden sich Wohnungen sowie eine gewerbliche Nutzung.

Über diese Konzeptvergabe sollte ein*e geeignete*r Käufer*in gefunden werden, der/die für diesen stadtbildprägenden Ort eine Vision entwickelt und neuen Nutzungen zuführt. So soll der „Alte Hauptbahnhof“ wiederbelebt und dauerhaft wirtschaftlich betrieben werden, sodass durch eine Entwicklung auch ein sozialer Mehrwert für die Stadtgesellschaft entsteht. Dabei war es den Interessent*innen freigestellt, für die bestehenden Räumlichkeiten ein Nutzungs- und Betreibermodell aufzustellen oder auch bauliche Veränderungen (im Rahmen des Denkmalschutzes) vorzuschlagen. Für das Grundstück besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan, der auch bauliche Erweiterungen zulässt.

Siegerkonzept

Das Konzept zeichnet sich durch einen bunten Nutzungsmix aus, der den historischen Ort als hochwertigen Anziehungspunkt wieder belebt und so einen Mehrwert für das städtische Leben schafft.

Das sind die Highlights:

  • Erhalt der Nutzung durch die Bergische Universität
  • neue zeitgemäße Gastronomie 
  • Events & Ausstellungen in der Wartehalle
  • modernes Übernachtungsangebot im Anbau mit baulicher Aufstockung
  • Urban Gardening & Boule im terrassierten Hof
  • Kreativmarkt in der Fahrgastbrücke
  • saisonal wandelbarerer Außenraum mit Sommer-Lounge und Wintermarkt 
  • Anbindung an die Korkenziehertrasse inkl. Fahrradverleih und -infrastruktur

Die Jury lobte besonders die sich ergänzenden Nutzungen, die den öffentlichen Raum beleben und der stadtgesellschaftlichen Erwartung Rechnung tragen. Dass die baulichen Eingriffe in geringem Umfang und behutsam sind, wird für den Denkmalschutz und die Nachhaltigkeit des Projekts ebenfalls positiv beurteilt.

Auftraggeberin

Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) Solingen

Leistungen

  • Entwicklung des Verfahrens in Zusammenarbeit mit einer Rechtsberatung und der Auftraggeberin
  • Durchführung von Markterkundungsgesprächen
  • Vorbereitung und Durchführung der Veröffentlichung
  • Koordination des gesamten Verfahrens
  • Durchführung von Objektbesichtigungen mit Interessent*
    innen inklusive Protokollierung der Rückfragenbeantwortung
  • Vorprüfung der Konzepte
  • Organisation und Begleitung der Sitzung des Empfehlungsgremiums
  • Moderation einer Bürgerinformationsveranstaltung zur 
    Präsentation des Siegerkonzepts