Warburg 2010

Kooperatives Werkstattverfahren
Ausloberin
Stadt Warburg
Wettbewerbsart
Das Verfahren zur Erarbeitung von Gestaltungsvorschlägen für eine barrierefreie Warburger Innenstadt war als kooperatives Werkstattverfahren angelegt. Die Auslobung war zusammen mit einem – das Verfahren begleitenden – Arbeitskreis in einem kooperativen Diskurs erarbeitet worden. Die von der Stadt Warburg zur Teilnahme ausgewählten Planungsbüros erhielten eine angemessene Aufwandsentschädigung. Es ist vorgesehen, ein Büro mit der Realisierung der Planungsvorschläge zu beauftragen.
Aufgabe
Die Stadt Warburg geht voran, als erste der Städte mit historischem Stadtkern in Nordrhein-Westfalen ihre Neustadt barrierefrei zu gestalten. Dies ist ein ambitioniertes Vorhaben, da die ausgeprägte Topographie, das denkmalwerte Ensemble und die Funktionalität der Innenstadt, besondere Herausforderungen für die Umnutzung der Barrierefreiheit darstellen.
Das Land Nordrhein-Westfalen sieht dieses Vorhaben deshalb auch als Modellprojekt, das für historische Städte mit ähnlich gelagerten Aufgabenstellungen als Vorlage und Beispiel dienen soll.
Die Stadt Warburg ergreift damit die Chance, die teilweise baufälligen und „in die Jahre gekommenen“ Straßen-, Platz- und Gassenräume der Neustadt nicht nur zu modernisieren, sondern auch heutigen und künftigen gesellschaftlichen Erfordernissen anzupassen. Dabei muss es Ziel sein, die zentralen Bereiche und Funktionen einer Stadt allen Menschen in allen Lebensphasen und Lebenslagen zugänglich zu machen und dabei Barrierefreiheit zu gewährleisten.
Um für diese Aufgabe ein Spektrum von Lösungsvorschlägen zu erhalten, aus dem ein dem Ort angemessenes und zugleich wegweisendes Konzept ausgewählt werden kann, hat die Stadt Warburg ein wettbewerbsähnliches Gutachterverfahren mit drei renommierten Freiraumplanungs- und Städtebaubüros durchgeführt.
Ergebnisse
Ein Lenkungskreis, dem neben dem Bürgermeister, Vertreterinnen und Vertreter der Sozialverbände, Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums für Bauen und Verkehr NRW und der Bezirksregierung angehörten, hat in der Sitzung vom 25. November 2009 die Empfehlung an den Rat der Stadt Warburg ausgesprochen, die barrierefreie Gestaltung der öffentlichen Räume der Neustadt, insbesondere der Hauptstraße, des Marktplatzes und des Gebrüder-Warburg-Platzes, auf Grundlage des Entwurfs des Büros LohausCarl aus Hannover durchzuführen.
Der Rat der Stadt Warburg hat sich am 9. Februar 2010 nach einer Bürgerversammlung, einer Sitzung des BZA Warburg und des Planungsausschusses ebenfalls einstimmig für das Büro LohausCarl aus Hannover ausgesprochen.
Der Entwurf überzeugt durch den sehr klar gegliederten Straßenraum. Er schlägt eine gestalterisch deutlich hervorgehobene Zonierung vor, die unverstellte, leicht orientierbare Räume als so genannte Laufbänder garantiert.
Insgesamt präsentieren sich die Platzflächen in einladender Geste, weisen sie doch eine große Harmonie zwischen Offenheit und Aufenthaltsqualität auf.
Besonders positiv hervorgehoben wird die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema der Barrierefreiheit. Die starken Farbkontraste in der Materialwahl gliedern die Stadträume auf besondere Weise und erreichen durch die konsequente Fortsetzung der Laufbänder durch die gesamte Neustadt ein klar erkennbares Gesamtkonzept. Als neues Element wird ein gemeinsam vom Büro LohausCarl mit der Universität Hannover entwickeltes magnetisches Blindenleitsystem vorgeschlagen.
zur Umsetzung empfohlen
LohausCarl Landschaftsarchitektur, Hannover
weitere Arbeiten
scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf
Fritschi - Stahl - Baum Architekten und Stadtplaner, Düsseldorf
Leistungen von scheuvens + wachten
- Entwicklung des Werkstattverfahrens mit dem Auftraggeber
- Koordination des gesamten Werkstattverfahrens
- Vorprüfung der Entwurfsbeiträge, Koordination weiterer Vorprüfer
- Organisation und Begleitung Preisgericht



